Elmar Eperiesi-Beck zeigt, warum GDPR und Made in Germany allein keine digitale Souveränität begründen – und warum echte Kontrolle beim IAM beginnt.

Digitale Souveränität ist eines der meistverwendeten – und zugleich am stärksten entkernten – Schlagworte der letzten Jahre. „Hosted in Europe", „GDPR compliant", „Trusted Cloud": Diese Labels werden als Beweis verkauft, während die realen technischen und organisatorischen Abhängigkeiten unverändert bestehen bleiben.
In dieser Keynote vertritt Elmar Eperiesi-Beck, CEO von Bare.ID, eine unbequeme These: Digitale Souveränität beginnt nicht bei Rechenzentren, sondern bei Identitäten. Wer seine Identitäten nicht kontrolliert, ist nicht souverän – egal, wie viele Zertifikate auf den Folien stehen.
Denn IAM ist längst kein nachgelagertes IT-Thema mehr. Moderne IAM-Systeme definieren, wer auf was zugreifen darf, unter welchen Bedingungen, über welche Plattformen – und auf Basis welcher externen Abhängigkeiten. Damit ist IAM das Machtzentrum der digitalen Organisation. Wer die Kontrolle darüber verliert – durch externe Identity Provider, proprietäre Zugriffsmodelle oder tief integrierte Plattformabhängigkeiten – verliert reale Steuerungsfähigkeit.
Der Vortrag zeigt, welche Denkfehler heute in Souveränitätsstrategien dominieren, warum viele IAM-Strategien Vendor Lock-in als Modernisierung verkaufen – und welche strategischen Leitplanken Organisationen setzen müssen, wenn sie digitale Souveränität ernst meinen.
Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Risikomanagement-Thema, ein Business-Continuity-Thema und zunehmend ein Wettbewerbsfaktor. Und sie ist kein Zustand, den man einmal erreicht – sondern eine Fähigkeit, die kontinuierlich gestaltet werden muss.
Themen der Keynote:
Keynote by Elmar Eperiesi-Beck on IAM, sovereign cloud, vendor lock-in and digital dependencies in Europe.